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In der Villa Europa wird Technologie zum Anlass für Begegnungen: Das Projekt „Technologie“ geht zu Ende

Projekt ICH

©ASSB

BOZEN – Den Umgang mit einem Smartphone erlernen, Fake News erkennen, das Potenzial der künstlichen Intelligenz entdecken oder einfach sicher durch Online-Dienste navigieren. Für sechs Bewohner des Seniorenwohnheims Villa Europa war all dies weit mehr als nur ein Informatikkurs: Es wurde zu einer Erfahrung der persönlichen Weiterentwicklung, des zwischenmenschlichen Austauschs und der aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
In den vergangenen Tagen ging „Technologie“ zu Ende, der Kurs zur digitalen Alphabetisierung, der im Rahmen von ICH – Innovation Community Hub entwickelt wurde – einem Projekt zur Gemeinschaftsentwicklung und sozialen Inklusion, das in Bozen von der Sozialgenossenschaft Officine Vispa in Partnerschaft mit Città Azzurra, CiEffe und BSB gefördert und vom ESF+-Programm der Autonomen Provinz Bozen kofinanziert wurde.
ICH bindet 25 Menschen in vulnerablen Lebenssituationen in von Mentoren begleitete Aktivitäten im Stadtviertel ein, mit dem Ziel, persönliche Kompetenzen, Selbstständigkeit und die Teilhabe am Gemeinschaftsleben zu stärken. Das Projekt gliedert sich in sechs Bereiche – Tun, Digital, Kunst und Schönheit, Grün, Wohnen und Auf dem Weg in die Zukunft –, die jeweils der Entwicklung von Kompetenzen gewidmet sind, die für das individuelle und kollektive Wachstum nützlich sind.
Gerade aus dem Bereich „Digital“ entstand „Technologie“, ein Programm, das auf einer einfachen, aber äußerst aktuellen Idee basiert: Technologie kann ein Instrument der Inklusion sein, vor allem wenn sie als Gelegenheit zur Begegnung und nicht nur als Ansammlung technischer Kompetenzen angeboten wird.
Im Fall der Villa Europa lag der Fokus auf Senioren, einer Bevölkerungsgruppe, die mehr als andere Gefahr läuft, von der zunehmenden Digitalisierung der Dienste ausgeschlossen zu werden. Die Fähigkeit, ein Smartphone oder Tablet zu bedienen, bedeutet heute, mit seinen Angehörigen kommunizieren zu können, Zugang zu öffentlichen Diensten zu erhalten, sich zu informieren, seine Rechte wahrzunehmen und vor allem, sich weiterhin als Teil der Gesellschaft zu fühlen.
Von Februar bis Juni trafen sich jeden Dienstag sechs Bewohner – Nadia Giabardo, Walter Carone, Romano Pasini, Valentina Veselova, Paolo Ballottin und Hermann Hilber – gemeinsam mit der Kursleiterin Francesca Bordogna, um sich auf eine Reise voller Neugier, Fragen und ständiger Entdeckungen zu begeben.
Die behandelten Themen reichten vom praktischen Umgang mit Smartphones und Tablets über die Musiksuche im Internet, die Nutzung der wichtigsten Informationsquellen und das Erkennen von Fake News bis hin zu multimedialen Inhalten und den neuen Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz bietet. Jede Unterrichtseinheit war auch eine Gelegenheit zum Austausch, bei der sich persönliche Erfahrungen mit technologischen Innovationen vermischten und damit zeigten, dass man in jedem Alter etwas lernen kann.
Der bedeutendste Moment erfolgte während des Abschluss Treffens am 23. Juni. Die Teilnehmer wollten die Dozentin mit einem gemeinsam verfassten Brief überraschen – einer gemeinsamen Reflexion, die aus den in diesen Monaten geteilten Erfahrungen hervorgegangen war. Ein authentischer Text, der verdeutlicht, wie der Wissensdrang Ängste, Vorurteile und Generationsbarrieren überwinden kann. Einfache, aber tiefgründige Worte, die daran erinnern, dass Technologie erst dann einen Wert erhält, wenn sie zu einem Werkzeug im Dienst der Menschen und der zwischenmenschlichen Beziehungen wird.
Die Erfahrung hinterließ auch ein konkretes Zeugnis: Die Teilnehmer verfassten einen Artikel mit dem Titel „Homo Homini Lupus“, der das Ergebnis der während des Kurses gereiften Überlegungen war, sowie ein Dankesvideo, das all jenen gewidmet ist, die zum Erfolg der Initiative beigetragen haben.
Hinter dem Erfolg von „Technologie“ steht in der Tat die Arbeit eines Netzwerks von Menschen und Organisationen, die an den pädagogischen und sozialen Wert des Projekts geglaubt haben. Ein besonderer Dank gilt Diego Baruffaldi und Moni Attanasio von Officine Vispa sowie, seitens Villa Europa, Marysia Drozdowicz, Sabrina Lionetti, Lucia Conci, Emese Balazs und Lorenzo Clari, die jede Phase des Kurses mit Hilfsbereitschaft und Kompetenz begleitet haben.
Die Erfahrung der Villa Europa zeigt, dass Innovation nicht nur aus digitalen Werkzeugen besteht, sondern vor allem aus Menschen. In einer zunehmend vernetzten Gesellschaft bedeutet das Vermitteln des Umgangs mit Technologie, neue Möglichkeiten der Selbstständigkeit zu bieten, Beziehungen zu stärken und inklusivere Gemeinschaften aufzubauen.

03.07.2026

DEU